C.G.Jung und die Traumdeutung

Carl Gustav Jung ist bzw. war ein ehemaliger Schüler Sigmund Freuds. Er konnte die Ansätze der Traumdeutung die sein Lehrer Freud an seine Schüler weitergab nicht als unumstößlich anerkennen. Aus diesem Grunde, stellte Jung selber einige Thesen zur Traumdeutung in der Psychoanalyse auf.

C.G. Jung verstand den Traum direkt deutlich werdende Darstellung der inneren Wirklichkeit des Traumeigners. Seiner Meinung nach, würden Freuds Lehren nicht dazu genügen, das Unbewusste eindeutig zu Ergründen. Jung war der erste Psychoanalytiker, der den Begriff des "kollektiven Unbewussten" prägte. Dieses beschreibt die gleichen Assoziationsmöglichkeiten verschiedener Personen in unterschiedlichen Kulturkreisen oder auch Gesellschaftsebenen. Beispiele hierfür sind die Archetypen Anima und Animus abgeleitet von "der Verstand" und "die Vernunft". Viele dieser Ansätze decken sich zwar mit den Ergebnissen der Freudschen Traumanalyse, jedoch unterscheiden sich die Ansätze recht prägnant.

In zwei Bereichen wird dieses recht deutlich:

Jung stellte seine archetypisch angenommenen Symbole zu einem Katalog zusammen. Innerhalb dieses Katalogs bekamen die einzelnen Symbole eine feste Bedeutung beigeordnet. Die Traumdeutung nach Jung erfolgte dann über die Sichtung seines Kataloges.

Für Sigmund Freud waren nicht seine eigenen, sondern die freien Assoziationen seiner Patienten ausschlaggebend für die Analyse und Auslegung der Patiententräume. Neben diesem Ansatz vergas er aber nicht, die archetypische Strukturierung seines Modells der Psyche mit in diese Arbeit fließen zu lassen.

Diese zwei Darstellungen, sind wohl die erkennbarsten Unterschiede zwischen Lehrer- und Schülerthese bzw. -arbeit.

Im laufe der Zeit entwickelten sich weitere psychotherapeutische Ansätze der Traumdeutung, die unabhängig von Freud und Jung entstanden. Hier ist beispielsweise zu nennen die Klientzentrierte Psychotherapie oder auch die Focusierung.

Man sieht, Traumdeutung mag oftmals als ein Bereich der Esoterik verspottet werden, bei näherer Betrachtung durch C.G. Jung oder Freud, bekommt diese Thematik einen ganz anderen Stellenwert.