Wenn wir im Lexikon unter dem Begriff "Kipper" nachschlagen, erhalten wir leider nicht viel an Informationen über die Entwicklerin der Kipperkarten. Laut Lexikon gibt es den Ausdruck "Kipper und Wipper". Diese waren im 17. Jahrhundert Edelmetallkäufer, die betrügerische Absichten und Methoden verfolgten und anwandten. (durch das "Kippen und Wippen" der Waage).
Bisher findet man nur die Autorin Anne L. Biwer, die für ihr eigenes Buch über die historischen Hintergründe der Kipperkarten Recherchen anstellte. Laut ihren Informationen wurden die Karten von einer Frau Susanne Kipper circa im Jahre 1873 entworfen bzw. entwickelt. Frau Kipper stammte ursprünglich aus Berlin, lebte aber auch in München. In dieser Zeit sollen die Kipperkartenentworfen worden sein. Die Bilder und Symboliken untermauern die These, dass die Karten während dieser Zeit entstanden. Zudem liegt der Verdacht nahe, dass Susanne Kipper von der Umgebung Münchens bei der Gestaltung der Karten inspiriert wurde. Auf den Karten findet man die Alpen sowie die Zwiebeltürme der bayerischen Kirchen. Anne Biwer vermutet, dass sich Frau Kipper von den Lenormandkarten beeinflussen ließ.
Der Münchner Schreibwarenhändler Matthias Seidlein soll sich um die Verbreitung bzw. den Vertrieb der Karten bemüht haben. So existiert eine erste Auflage der Karten aus dem Jahre 1873, die bei einem angeblichen Kartenmacher gleichen Namens wie Frau Kipper erschienen sein sollen. Die Recherchen von Biwer ergaben zusätzlich, dass um 1890, eine weitere Auflage mit Anleitungsheft, in Umlauf geriet.
Ab diesem Jahr verschwand der Name Susanne Kipper von der Bildfläche. Anfang des 19. Jahrhunderts kam es zu Neuauflagen des Kartendecks durch Matthias Seidlein.
Ungefähr 1920 gingen die Kipperkarten oder deren Rechte an ihnen in den Besitz der Firma F.X. Schmid über. Von diesem Zeitpunkt an sollen die Kipperkarten seitenverkehrt gedruckt erschienen sein.
Trotz allem, zählen die Kipperkarten zu den beliebtesten Karten der Neuzeit und werden gerne durch einen Anfänger im Bereich des Kartenlegens genutzt um einen Einstieg zu den Karten zu finden.